Pressemeldung

Sportminister Strache: In Wien verschwindet ein Stück Sportgeschichte

20.03.2019 13:35 - Wien (ODS)

Ferenc Puskás ist eine Legende des Fußballsports. Eine unvergessliche Persönlichkeit, ein Stück Sportgeschichte. Nach Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands 1956 flüchteten er und weitere Sportler nach Österreich. Ferenc Puskás gründete den "Weltbund der ungarischen Flüchtlingssportler". Die österreichische Fußballfamilie rückte zusammen, beherbergte und unterstützte diese Sportlergemeinschaft. Die prominentesten Mitglieder des Weltbundes waren die spätere FC Barcelona Legende Ladi Kubala, Torjäger Sandor Kocsis und der linke Flügel des Ungarn-Wunderteams, Zoltan Czibor.

Nicht nur ungarischen Fußballer wurde in Österreich geholfen: Sandor Rozsnoyi, der Europameister und Olympia-Silbermedaillengewinner über 3000 m Hindernis und Josef Cegledi , ein 1.500 m Rekordläufer, fanden in Wien in dieser Zeit Aufnahme. Auch der berühmteste jüdische Wasserballer, Dezsö Gyarmati, und seine Ehefrau Eca Szekely, die Schwimmolympiasiegerin von 1952, waren Mitglied im Weltbund der ungarischen Flüchtlingssportler in Wien, ehe sie nach Ungarn zurückkehrten.

1997, am 40. Jahrestag der Gründung des Weltbundes durch Ferenc Puskás, bedankten sich der Weltbund der ungarischen Flüchtlingssportler, der Ungarische Verband der Sportjournalisten und der Ungarische Fußballverband mit der Einweihung der Gedenktafel "Dank an Österreich" beim Österreichischen Fußballbund für die damalige Unterstützung. Diese Gedenktafel soll an die Solidarität der Fußballgemeinschaft und an die völkerverbindende Funktion des Sports erinnern.

Die Tafel wurde am Haus Mariahilfer Straße 99, dem damaligen Sitz des Österreichischen Fußballbundes ÖFB, angebracht. Die Übersiedlung dieses Stückchens Fußballgeschichte ins Ernst-Happel-Stadion (Sitz des ÖFB), gestaltet sich schwierig. Die Stadioneigentümerin, die Stadt Wien, erteilte bisher keine Genehmigung für die Anbringung dieser Gedenktafel.

Sportminister Heinz-Christian Strache: "Ich verstehe nicht, warum die Stadt Wien als Eigentümer des Ernst-Happel-Stadions, dieses Kapitel der österreichischen Sportgeschichte ausblenden möchte, indem sie die Genehmigung der Anbringung der Tafel am neuen Verbandssitz des Österreichischen Fußballbundes, verhindert. Gerade im Fußball sind Matches zwischen Ungarn und Österreich emotional, aber diese Gedenktafel erinnert daran, dass im Sport der Wettkampf auf dem Spielfeld bleibt und abseits von Wettkämpfen und Meisterschaften die völkerverbindende Funktion des Sports sowie die Solidarität zählen. Warum die Stadt Wien sich gegen das Gedenken stellt, verstehe ich nicht".

Der ÖFB stimmte einer Aufstellung der Gedenktafel zu, die Stadt Wien als Stadioneigentümer bisher nicht. Sportminister Heinz-Christian Strache wird Gespräche führen, um für diese Gedenktafel einen würdigen Ort zu finden, damit dieses Kapitel der österreichischen Sportgeschichte nicht länger versteckt bleibt.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport
Alexandra Koncar
Pressesprecher Sport
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