Pressemeldung

Vizekanzler Strache zum 8. Mai: Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs

08.05.2019 14:42 - Wien (ODS)

Heute vor 74 Jahren ging der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation des Nazi-Regimes zu Ende. In diesem Krieg kamen etwa 65 Millionen Menschen ums Leben, davon mehr Zivilisten als Soldaten. Österreich hatte sich bereits einige Tage vor Kriegsende, am 27. April 1945, mit seiner Unabhängigkeitserklärung als selbständiger Staat deklariert. Damit begann die Zweite Republik.

"Heute wollen wir als Bundesregierung der vielen Opfer gedenken, die dieser schlimmste Krieg der Menschheitsgeschichte forderte", erklärte Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache in seiner Rede beim heutigen Festakt im Bundeskanzleramt. "In der Shoah manifestierte sich das grausamste Gesicht des nationalsozialistischen Terrorregimes. Ich verneige mich vor all jenen, die in dieser Zeit ein furchtbares Schicksal tragen mussten und schon die Erinnerungen an diese Zeit schlagen unvergesslich tiefe Wunden."

Strache berichtete, dass er bisher bereits dreimal in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel gewesen sei, die jährlich von über zwei Millionen Menschen besucht wird. "Dort erlebt man jedes Mal erneut bedrückend nahe, welche grauenvollen Verbrechen das Nazi-Regime verübt hat. Systematisch und industriell organisiert wurden über 6 Millionen Menschen ermordet, nur weil sie Juden waren. Wir müssen wirklich alles daran setzen, dass sich derartiges nie mehr wiederholen kann, ganz gleich unter welcher ideologisch oder religiös-politisch motivierten Begründung", betonte der Vizekanzler.

Es sei schlimm, wenn immer mehr Juden und Jüdinnen Europa verlassen, weil sie sich hier nicht mehr sicher fühlen würden. Mehr als jeder dritte Jude in Europa trage sich mit dem Gedanken, sein Heimatland zu verlassen, in Deutschland und Frankreich seien es sogar über 40 Prozent", erläuterte Strache. Man dürfe auch nicht vergessen, welchen wertvollen und nachhaltigen Beitrag die jüdische Gemeinde für die europäische Wissenschaft, Kunst und Kultur geleistet habe.

"Deshalb freue ich mich auch, wenn schon in naher Zukunft die österreichischen Mauthausen-Archive von Forschern aus Yad Vashem uneingeschränkt und kostenfrei genutzt und ausgewertet werden dürfen", so Strache. Damit unterstütze Österreich biografische Dokumentationen von Millionen Opfern der systematischen antijüdischen Verfolgung zur Zeit des Holocaust.

"Antisemitismus kann und darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben", hob Vizekanzler Strache nachdrücklich hervor. "Auch die nächsten Generationen müssen mit den Auswirkungen der Shoah konfrontiert werden. Mit diesem Abkommen wollen wir einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten."

Rückfragehinweis:
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Karl-Heinz Grünsteidl
Pressesprecher des Bundesministers für öffentlichen Dienst und Sport
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